Papiersorten von A bis Z: Grammatur, gestrichen, Naturpapier
Bilderdruck oder Naturpapier, 135 oder 300 Gramm, matt oder glänzend: ein Nachschlagewerk zu den gängigen Papiersorten und welche davon für Briefbogen, Flyer, Karte und Plakat taugt.
Welche Papiersorte die richtige ist, entscheiden drei Fragen: Soll das Papier Bilder brillant zeigen oder sich natürlich anfühlen? Wie fest muss es sein? Wird es später beschrieben oder im Bürodrucker bedruckt? Gestrichenes Bilderdruckpapier ist der Standard für Flyer und Broschüren, ungestrichenes Naturpapier für Briefbögen und alles, was beschrieben wird, Karton für Visitenkarten und Postkarten. Die Grundbegriffe Grammatur, Volumen und Laufrichtung erklärt das Kapitel Papier und Druck; dieser Artikel ist das Nachschlagewerk zu den Sorten.
Die wichtigsten Merkmale vorab
Bevor es an die Sorten geht, ein kurzer Blick auf die Eigenschaften, mit denen Druckereien Papiere beschreiben:
| Merkmal | Was es angibt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Grammatur | Gewicht pro Quadratmeter in g/m² | Steifigkeit, Haptik, Porto bei Mailings |
| Volumen | Dicke im Verhältnis zur Grammatur | Voluminöse Papiere wirken bei gleichem Gewicht kräftiger |
| Oberfläche | Gestrichen (glänzend, seidenmatt, matt) oder ungestrichen | Bildwirkung, Beschreibbarkeit, Lesbarkeit |
| Opazität | Undurchsichtigkeit | Wichtig bei beidseitigem Druck |
| Weiße | Farbton des Papiers von hochweiß bis gelblich | Wirkung der Farben, Anmutung |
| Laufrichtung | Ausrichtung der Fasern | Falzen, Rillen, Planlage |
Mit der Grammatur steigt auch das Gewicht einer Sendung. Bei Mailings kann ein schwereres Papier die Portostufe ändern, deshalb lohnt es sich, ein fertig gefalztes Muster samt Umschlag zu wiegen, bevor die Auflage gedruckt wird.
Papiersorten von A bis Z
Bilderdruckpapier
Das meistverwendete Papier für Werbedrucksachen. Es ist beidseitig gestrichen und in glänzend, seidenmatt und matt erhältlich. Glänzendes Bilderdruckpapier lässt Fotos leuchten, spiegelt aber bei Licht. Mattes und seidenmattes Papier wirkt ruhiger und hochwertiger und ist für textreiche Seiten angenehmer zu lesen. Typische Einsätze: Flyer, Broschüren, Kataloge, Plakate im Innenbereich.
Feinstpapiere und Strukturpapiere
Sammelbegriff für besonders hochwertige, oft ungestrichene Papiere mit ausgeprägter Haptik: gerippt, geprägt, mit Leinenstruktur, gefärbt oder mit sichtbaren Fasern. Sie geben Briefbögen, Einladungen und Visitenkarten einen besonderen Charakter. Feine Details und Fotos drucken darauf weniger scharf, und manche Strukturen eignen sich nicht für jeden Bürodrucker.
Haftpapier und Etikettenpapier
Papier mit selbstklebender Rückseite und abziehbarem Trägermaterial. Für Aufkleber, Siegeletiketten, Adressetiketten und Produktkennzeichnung. Für den Außeneinsatz sind Folien meist die bessere Wahl, weil Papier Feuchtigkeit aufnimmt.
Karton und Chromokarton
Schwereres, steiferes Material für Visitenkarten, Postkarten, Mappen und Umschläge. Chromokarton ist auf einer Seite gestrichen und auf der anderen rau; man findet ihn häufig bei Verpackungen und Faltschachteln. Für Visitenkarten wird meist beidseitig gestrichener oder ungestrichener Karton genutzt. Wie Sie Karten gestalten, zeigt der Artikel Visitenkarten gestalten.
Naturpapier und Offsetpapier
Ungestrichene Papiere, oft auch Offset- oder Werkdruckpapier genannt. Sie nehmen Farbe stärker auf, Farben wirken dadurch weicher und etwas dunkler. Dafür lassen sie sich mit Kugelschreiber und Füller beschreiben, im Laser- und Tintenstrahldrucker bedrucken und fühlen sich natürlich an. Erste Wahl für Briefbögen, Notizblöcke, Formulare, Antwortkarten und Bücher. Welche Grammatur für den Briefbogen passt und was er sonst braucht, steht im Artikel Briefbogen nach DIN 5008.
Plakatpapier
Für Außenplakate wird spezielles, nassfestes Papier verwendet, das verklebt werden kann und Witterung für die Dauer einer Plakatierung übersteht. Für Plakate im Schaukasten oder Innenraum genügt meist Bilderdruckpapier. Banner für den dauerhaften Außeneinsatz bestehen dagegen aus Kunststoff oder Gewebe, nicht aus Papier.
Recyclingpapier
Aus Altpapier hergestellt. Moderne Recyclingpapiere gibt es in vielen Weißegraden, vom bewusst grauen Ton bis zu Varianten, die neben Frischfaserpapier kaum auffallen, und sowohl gestrichen als auch ungestrichen. Umweltzeichen wie der Blaue Engel zeigen, dass ein Papier bestimmte Anforderungen an Altpapieranteil und Herstellung erfüllt. Für Betriebe, die Nachhaltigkeit betonen, passt Recyclingpapier gut zur Botschaft, wenn es sichtbar gekennzeichnet wird.
Transparentpapier
Durchscheinendes Papier für Vorsatzblätter, Einleger in Einladungen oder Umschläge mit Durchblick. Es verhält sich im Druck eigen, nimmt Farbe schlecht auf und braucht Erfahrung in der Verarbeitung. Fragen Sie Ihre Druckerei vorher nach Möglichkeiten und Mustern.
Umweltzertifizierte Frischfaserpapiere
Papiere aus Frischfasern können Siegel wie FSC oder PEFC tragen, die eine Herkunft aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern belegen sollen. Druckereien, die zertifiziert sind, dürfen das Siegel unter Bedingungen auf die Drucksache drucken.
Welche Sorte für welche Drucksache?
| Drucksache | Bewährte Sorte | Übliche Grammatur |
|---|---|---|
| Briefbogen | Naturpapier, bürodruckergeeignet | 90 bis 120 g/m² |
| Flyer, Handzettel | Bilderdruck matt oder glänzend | 115 bis 170 g/m² |
| Broschüre Innenteil | Bilderdruck matt oder seidenmatt | 115 bis 170 g/m² |
| Broschüre Umschlag | Bilderdruck oder Karton | 250 bis 350 g/m² |
| Postkarte, Mailingkarte | Karton, oft einseitig beschreibbar | 300 g/m² und mehr |
| Visitenkarte | Karton, gestrichen oder Naturkarton | 300 bis 400 g/m² |
| Notizblock, Formular | Naturpapier | 80 bis 90 g/m² |
Die Werte sind Richtwerte aus der Praxis. Druckereien bieten unterschiedliche Abstufungen an, und je nach Format kann eine andere Grammatur sinnvoll sein: Ein großformatiger Flyer mit mehreren Falzen verträgt eher ein leichteres Papier als eine kleine Karte, die steif in der Hand liegen soll.
Checkliste: Papier auswählen
- Zweck geklärt: Bildwirkung, Beschreibbarkeit oder Bürodruck
- Oberfläche gewählt: glänzend, seidenmatt, matt oder ungestrichen
- Grammatur passend zu Format, Falz und Versand
- Bei Mailings Gewicht des fertigen Exemplars mit Umschlag geprüft
- Bei beidseitigem Druck ausreichende Opazität
- Papiermuster angefordert und, wo nötig, im eigenen Drucker getestet
- Papiersorte im Styleguide notiert, damit Nachdrucke gleich aussehen
Papier und Farbe hängen zusammen
Dieselbe Hausfarbe sieht auf gestrichenem und ungestrichenem Papier unterschiedlich aus. Auf Naturpapier wirkt sie dunkler und weniger leuchtend, weil die Farbe in die Fasern zieht. Farbfächer für Sonderfarben gibt es deshalb in Ausführungen für beide Papierarten. Wenn Briefbogen und Flyer auf unterschiedlichen Papieren gedruckt werden, sollte die Druckerei die Farben aufeinander abstimmen. Druckdaten werden dafür mit dem passenden Farbprofil angelegt; wie das geht, erklärt der Artikel Druckdaten anlegen.
Veredelungen: was zusätzlich auf das Papier kommt
Die Papiersorte legt die Grundlage, eine Veredelung verändert Oberfläche, Schutz und Anmutung nach dem Druck. Die gängigsten Verfahren:
| Veredelung | Wirkung | Zu bedenken |
|---|---|---|
| Drucklack (Dispersionslack) | Schützt die Farbe vor Abrieb, verkürzt die Trocknung | Kaum sichtbar, eher Schutz als Effekt |
| Partieller UV-Lack | Glänzende Akzente auf matter Fläche, etwa auf dem Logo | Wirkt am besten auf mattem, gestrichenem Papier |
| Cellophanierung (Folienkaschierung) | Matte, glänzende oder samtige Folie über der ganzen Fläche, sehr widerstandsfähig | Schwer beschreibbar; die Kunststofffolie kann das Recycling erschweren |
| Prägung | Erhabene oder vertiefte Elemente, ertastbar | Braucht ein Prägewerkzeug, lohnt eher bei größeren Auflagen |
| Heißfolienprägung | Metallisch glänzende Flächen, etwa Gold oder Silber | Feine Linien und sehr kleine Schrift sind schwierig |
Veredelungen passen nicht zu jedem Papier. Strukturierte Feinstpapiere nehmen manche Lacke schlecht an, und eine Folienkaschierung verdeckt die Haptik eines Naturpapiers vollständig. Wer sich für ein besonderes Papier entscheidet, braucht oft keine zusätzliche Veredelung. Umgekehrt kann ein einfacher Bilderdruck durch einen partiellen Lack auf dem Logo deutlich hochwertiger wirken.
Muster, Andruck und Nachdruck
Papier lässt sich am Bildschirm nicht beurteilen. Viele Druckereien und Papierhändler verschicken auf Anfrage Papiermuster oder Musterbücher, in denen Sorten und Grammaturen nebeneinander liegen. Fühlen Sie die Muster, falten Sie sie, beschreiben Sie sie und legen Sie sie gegen das Licht. Für wichtige Auflagen wie Geschäftsausstattung oder Imagebroschüre lohnt ein Andruck oder ein Proof auf dem Originalpapier, um Farben und Haptik vor der Freigabe zu prüfen.
Notieren Sie nach dem ersten Druck die genaue Bezeichnung der Papiersorte, die Grammatur und die Oberfläche. Wer beim Nachdruck nur „das gleiche Papier wie letztes Mal“ bestellt, erlebt häufig Überraschungen, weil Druckereien Sorten wechseln oder ähnliche Produkte unterschiedlich benennen. Die Angabe im Styleguide spart diese Rückfragen.
Begriffe nachschlagen
Viele Fachbegriffe rund um Papier und Druck, von Beschnitt über Grammatur bis Laufrichtung, sind im Glossar kurz erklärt. Für eine verbindliche Auskunft zu einer bestimmten Sorte sind die Datenblätter der Papierhersteller und die Beratung Ihrer Druckerei die beste Quelle; ein angefordertes Papiermuster ersetzt jede Beschreibung.
Fragen und Antworten
- Welches Papier eignet sich für Flyer?
- Für die meisten Flyer ist gestrichenes Bilderdruckpapier die Standardwahl, weil Fotos und Farben darauf kräftig wirken. Matt oder seidenmatt wirkt zurückhaltender und lässt sich besser lesen, glänzend bringt Bilder stärker zum Leuchten. Je nach Format und Falzart sind Grammaturen zwischen etwa 115 und 170 g/m² verbreitet.
- Was bedeutet gestrichen und ungestrichen?
- Gestrichene Papiere tragen eine Oberflächenschicht, den Strich, der die Druckfarbe an der Oberfläche hält. Das ergibt scharfe Bilder und satte Farben. Ungestrichene Papiere haben keinen Strich, die Farbe zieht stärker ein. Bilder wirken dadurch weicher, das Papier fühlt sich natürlicher an und lässt sich gut mit Stift beschreiben.
- Ab wann spricht man von Karton?
- Die Übergänge sind fließend. In der Praxis spricht man ab etwa 150 bis 200 g/m² von Karton und bei sehr schweren, steifen Materialien von Pappe. Druckereien bezeichnen ihre Sorten oft unterschiedlich, deshalb ist die Grammaturangabe aussagekräftiger als der Name.
- Kann ich gestrichenes Papier im Laserdrucker verwenden?
- Oft ja, aber nicht jedes. Manche gestrichenen Papiere sind ausdrücklich für Laserdrucker geeignet, andere führen zu schlechter Tonerhaftung oder Glanzstreifen. Für Briefbögen, die im Büro nachbedruckt werden, ist ungestrichenes Papier die sichere Wahl. Lassen Sie sich bei Unsicherheit ein Muster schicken und testen Sie es im eigenen Drucker.
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- Glossar
Fachbegriffe aus Gestaltung, Druck und Online-Marketing in ein bis zwei Sätzen erklärt, jeweils mit Verweis auf das Kapitel, in dem das Thema ausführlich behandelt wird.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.