Kapitel 03 · Geschäftsausstattung

Visitenkarten gestalten: Format, Papier und Inhalte

Welches Format, welche Angaben, welches Papier: So gestalten Sie eine Visitenkarte, die lesbar bleibt, zum Erscheinungsbild passt und beim Druck keine Überraschungen bringt.

Eine gute Visitenkarte hat das Format 85 × 55 Millimeter, zeigt auf der Vorderseite Logo, Name, Funktion und zwei bis drei Kontaktwege und ist auf festem Karton von etwa 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter gedruckt. Mehr braucht es für den Anfang nicht. Entscheidend ist, dass alles lesbar bleibt und die Karte zum übrigen Erscheinungsbild passt. Einen Überblick über Briefbogen, Signatur und Stempel gibt das Kapitel Geschäftsausstattung.

Formate im Überblick

Format Maße Einsatz
Standard in Deutschland 85 × 55 mm passt in übliche Kartenetuis und Visitenkartenboxen
Scheckkartenformat 85,6 × 54 mm passt in Kartenfächer von Geldbörsen
Verbreitet in einigen anderen Ländern etwa 90 × 50 mm oder 89 × 51 mm bei internationalen Kontakten
Quadratisch z. B. 55 × 55 mm fällt auf, passt aber in kaum ein Etui
Klappkarte z. B. 85 × 110 mm offen, gefalzt auf 85 × 55 mm Platz für Leistungen, Terminkarte oder Bonusstempel

Für die meisten Betriebe ist das Standardformat die richtige Wahl. Sonderformate wirken originell, landen aber eher lose in der Schublade als im Etui. Wenn Sie auffallen wollen, erreichen Sie das oft wirkungsvoller über Papier und Veredelung als über das Format.

Was auf die Karte gehört

Weniger ist auf einer Fläche dieser Größe mehr. Ordnen Sie die Inhalte nach Wichtigkeit:

  1. Logo oder Wortmarke des Betriebs
  2. Vor- und Nachname sowie Funktion, etwa Inhaberin, Meister oder Ansprechpartner Vertrieb
  3. Telefon und gegebenenfalls Mobilnummer, im einheitlichen Format, zum Beispiel +49 621 [Nummer]
  4. E-Mail-Adresse und Website, kurz und ohne „https://“
  5. Anschrift, wenn Kunden zu Ihnen kommen
  6. Optional: Öffnungszeiten, eine Zeile zum Angebot, ein QR-Code

Lassen Sie weg, was niemand braucht, etwa eine Faxnummer, die nicht mehr betreut wird, oder fünf Social-Media-Symbole ohne Profilnamen. Ein Symbol ohne Name hilft niemandem, der die Karte in der Hand hält.

Vergleich: Vorder- und Rückseite

Vorderseite

Erkennung und Kontakt: Logo, Name, Funktion, Telefon, E-Mail, Website. Klar gegliedert, mit großzügigem Weißraum und der Hausschrift aus dem Corporate Design.

Rückseite

Ergänzung: Leistungen in Stichworten, ein QR-Code, eine Terminzeile oder eine ruhige Farbfläche mit Logo. Wer die Rückseite zum Beschreiben nutzt, lässt sie hell und unbedruckt.

Gestaltung: Lesbarkeit vor Effekt

Eine Visitenkarte wird aus der Nähe betrachtet, aber oft bei schlechtem Licht und in Eile. Einige Regeln sorgen dafür, dass sie trotzdem funktioniert:

  • Schriftgröße: Name deutlich größer als die Kontaktdaten. Kontaktdaten unter etwa 7 Punkt werden für viele schwer lesbar, je nach Schrift auch schon früher.
  • Kontrast: Dunkle Schrift auf hellem Grund ist am sichersten. Hellgraue, dünne Schrift auf Weiß sieht elegant aus, ist aber kaum lesbar.
  • Abstand zum Rand: Halten Sie wichtige Inhalte einige Millimeter vom Schnittrand entfernt, damit beim Zuschneiden nichts angeschnitten wird.
  • Ausrichtung: Eine gemeinsame Kante für alle Textzeilen wirkt ruhiger als zentrierte Einzelzeilen.
  • Farben: Verwenden Sie die Werte aus dem Styleguide. Wie Bildschirmfarben im Druck wirken, ist vorab zu prüfen.

Gestalten Sie die Karten für alle Personen im Betrieb nach derselben Vorlage, bei der sich nur Name, Funktion und Durchwahl ändern. Das wirkt geschlossen und spart beim Nachdruck Zeit.

Papier und Veredelung

Das Papier entscheidet über den ersten Eindruck, wenn die Karte in die Hand genommen wird. Üblich sind etwa 300 bis 400 Gramm pro Quadratmeter. Dünnere Karten wirken schnell billig, sehr dicke Karten lassen sich schlechter in Etuis stecken.

Option Wirkung Zu beachten
Bilderdruckpapier matt oder glänzend brillante Farben, glatte Oberfläche glänzend kaum beschreibbar
Naturpapier ungestrichen haptisch, natürlich, gut beschreibbar Farben wirken etwas gedämpfter
Matte Folienkaschierung samtige Oberfläche, schützt vor Abrieb nicht beschreibbar
Partieller Lack glänzende Akzente, etwa auf dem Logo braucht eine eigene Lackform in den Druckdaten
Heißfolienprägung metallisch glänzende Elemente feine Details können verlaufen
Blindprägung fühlbares Relief ohne Farbe wirkt nur bei kräftigem Karton
Mehrlagiger Karton sehr stabil, farbiger Kern sichtbar an der Kante höherer Preis, längere Lieferzeit

Veredelungen sollten zum Erscheinungsbild passen. Für eine Physiotherapiepraxis kann ein ruhiges Naturpapier angemessener sein als Goldfolie. Mehr zu Oberflächen, Grammatur und Papierarten erklärt der Artikel Papiersorten von A bis Z.

QR-Code auf der Visitenkarte

Ein QR-Code auf der Rückseite kann auf die Website führen oder eine digitale Kontaktkarte im vCard-Format enthalten, die sich direkt im Adressbuch speichern lässt. Eine vCard mit vielen Angaben erzeugt einen dichten Code, der klein schlecht lesbar ist. Eine kurze Webadresse, die zu einer Kontaktseite führt, bleibt übersichtlicher und lässt sich später ändern, ohne die Karten neu zu drucken.

Planen Sie den Code nicht zu klein ein, halten Sie eine freie Ruhezone um ihn herum und testen Sie ihn vor dem Druck mit mehreren Smartphones. Was bei Größe, Kontrast und Messbarkeit von QR-Codes zu beachten ist, beschreibt der Artikel QR-Codes in der Werbung.

Druckdaten richtig anlegen

Die meisten Fehler entstehen nicht in der Gestaltung, sondern in der Datei für die Druckerei. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Beschnitt: Farbflächen und Bilder, die bis zum Rand reichen, laufen meist 2 bis 3 Millimeter über das Endformat hinaus. Die genaue Angabe macht Ihre Druckerei.
  • Farbraum: Druckdaten in CMYK, Sonderfarben nur, wenn ausdrücklich bestellt.
  • Schriften: eingebettet oder in Pfade umgewandelt.
  • Format: meist PDF, häufig im Standard PDF/X.
  • Vorder- und Rückseite: als zwei Seiten in einer Datei, in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung.

Eine ausführliche Anleitung mit Erklärungen zu Beschnitt, Farbprofilen und PDF-Standards finden Sie im Artikel Druckdaten anlegen.

Typische Fehler bei Visitenkarten

  • Zu viel Inhalt: Wer jede Leistung, jedes Zertifikat und jeden Kanal unterbringen will, macht die Karte unlesbar.
  • Zu kleine oder zu helle Schrift: Auf dem Bildschirm wirkt sie stimmig, gedruckt in Originalgröße nicht.
  • Logo als Pixelbild: Eine kleine JPG-Datei wird im Druck unscharf und zeigt Stufen an Kanten.
  • Unterschiedliche Kartenstile im Team: Jede Person bestellt selbst, und am Ende gibt es drei Varianten.
  • Veraltete Angaben: Neue Telefonnummer, alte Karten im Umlauf. Bestellen Sie lieber häufiger kleinere Mengen.
  • Weißer Rand ungewollt: Fehlt der Beschnitt in den Druckdaten, entstehen nach dem Schneiden dünne weiße Ränder an Farbflächen.

Visitenkarte und digitale Kontaktwege

Die gedruckte Karte ist nur ein Teil des Erstkontakts. Achten Sie darauf, dass E-Mail-Signatur, Website-Kontaktseite und Profile in Verzeichnissen dieselben Daten in derselben Schreibweise enthalten wie die Karte. Wer im Gespräch eine Karte erhält und später die Website aufruft, sollte dort sofort dieselbe Telefonnummer und denselben Ansprechpartner finden. Eine einheitliche Schreibweise hilft außerdem Suchmaschinen, die Angaben Ihrem Betrieb zuzuordnen.

Erst kleine Auflage, dann Vorrat

Bestellen Sie neue Karten zunächst in kleiner Auflage. Oft fällt erst im Alltag auf, dass eine Nummer fehlt, die Schrift zu klein ist oder das Papier sich nicht beschreiben lässt. Die größere Auflage lohnt sich, sobald die Karte sich bewährt hat.

Checkliste: vor dem Druck

  • Name, Funktion und alle Kontaktdaten auf Tippfehler geprüft, Nummern einmal angerufen
  • E-Mail-Adresse und Website funktionieren
  • Firma mit korrektem Rechtsformzusatz geschrieben
  • Logo als Vektordatei eingebunden
  • Schrift in Originalgröße ausgedruckt und lesbar
  • Beschnitt und Abstand zum Rand nach Vorgabe der Druckerei
  • QR-Code mit mehreren Geräten getestet
  • Papier passend zur Nutzung: beschreibbar, wenn Notizen gewünscht sind
  • Druckfreigabe oder Korrekturabzug sorgfältig geprüft
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Müssen Pflichtangaben wie Registernummer auf die Visitenkarte?
Visitenkarten gelten nach verbreiteter Auffassung nicht als Geschäftsbriefe, weil sie nicht an einen bestimmten Empfänger gerichtet sind. Die handelsrechtlichen Pflichtangaben sind dort deshalb in der Regel nicht vorgeschrieben. Die Firma mit Rechtsformzusatz sollte trotzdem korrekt geschrieben sein.
Welche Schriftgröße ist auf Visitenkarten noch lesbar?
Das hängt stark von der Schrift ab. Als grobe Orientierung werden Kontaktdaten unter etwa 7 Punkt für viele Menschen mühsam lesbar. Drucken Sie die Karte vor der Bestellung in Originalgröße aus und lassen Sie sie von jemandem ohne Lesebrille prüfen.
Gestrichenes oder ungestrichenes Papier?
Gestrichenes Papier gibt Farben und Bilder brillanter wieder. Ungestrichenes Naturpapier wirkt haptischer und lässt sich mit Kugelschreiber beschreiben. Wer auf der Rückseite Termine oder Notizen einträgt, sollte deshalb ungestrichenes Papier oder eine beschreibbare Rückseite wählen.
Sind Visitenkarten heute noch sinnvoll?
Ja, vor allem im persönlichen Kontakt: auf Messen, bei Kundenterminen, im Laden oder an der Kasse. Eine Karte ist schneller überreicht als ein Kontakt ausgetauscht und erinnert später an das Gespräch. Ein QR-Code verbindet sie mit Website oder digitaler Kontaktkarte.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.