Kapitel 04 · Papier und Druck

Flyer gestalten: Falzarten, Formate und Druckdaten

Welches Format, welcher Falz und was gehört auf welche Seite? So gestalten Sie einen Flyer, der gelesen wird, und liefern Druckdaten, die ohne Rückfragen durchlaufen.

Ein guter Flyer beginnt mit der Wahl von Format und Falz, denn sie bestimmen, wie viel Platz Sie haben und in welcher Reihenfolge Leser die Inhalte sehen. Für Auslage und Briefversand ist DIN lang mit Wickelfalz der Standard, für kurze Botschaften genügt ein ungefalzter A6- oder A5-Flyer. Danach folgt der Inhalt mit einer klaren Botschaft pro Seite und zuletzt die Druckdatei nach Vorlage der Druckerei.

Die Grundlagen zu Papier, Druckverfahren und Veredelung stehen im Kapitel Papier und Druck von A bis Z.

Das passende Format

Format Endmaß Typischer Einsatz
DIN A6 105 × 148 mm Handzettel, Gutschein, Postkarte
DIN lang 99 × 210 mm Leistungsübersicht, Auslage, Briefbeilage
DIN A5 148 × 210 mm Preisliste, Speisekarte, Aushang
DIN A4 210 × 297 mm Aushang, Produktblatt, gefalzt zu A5 oder DIN lang
Quadratisch z. B. 148 × 148 mm Einladungen, auffällige Mailings

DIN lang als Flyerformat entspricht einem Drittel eines A4-Bogens und ist etwas kleiner als der gleichnamige Briefumschlag mit 110 × 220 mm. Deshalb passt ein DIN-lang-Flyer bequem in den Umschlag und in die meisten Prospekthalter.

Falzarten im Überblick

Der Falz gliedert den Flyer in Seiten. Die Druckerei spricht von Seiten, nicht von Blättern: Ein Wickelfalz-Flyer hat sechs Seiten, drei außen und drei innen.

Vergleich: die häufigsten Falzarten

Einbruchfalz (Mittelfalz)

Ein Falz in der Mitte, vier Seiten. Aus A4 wird A5, aus A5 wird A6. Gut für Einladungen, kleine Speisekarten und Programme.

Wickelfalz

Zwei Falze, die Seiten werden nacheinander nach innen gewickelt. Sechs Seiten, meist aus A4 auf DIN lang. Die eingeschlagene Innenseite ist einige Millimeter schmaler, damit sie sich nicht staucht.

Zickzackfalz (Leporello)

Abwechselnd vor und zurück gefalzt, alle Seiten gleich breit. Gut für Abläufe, Zeitleisten oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Fensterfalz und Altarfalz

Beide Außenseiten werden zur Mitte eingeschlagen. Beim Öffnen entsteht ein Bühneneffekt, gut für eine zentrale Abbildung. Beim Altarfalz wird zusätzlich in der Mitte gefalzt.

Daneben gibt es den Kreuzbruchfalz für Pläne und Faltkarten, bei dem nach dem ersten Falz quer dazu ein zweiter folgt. Für die meisten Betriebe reichen Einbruch-, Wickel- und Zickzackfalz.

Merksatz

Nutzen Sie für gefalzte Flyer immer die Vorlage Ihrer Druckerei. Die Seitenbreiten beim Wickelfalz sind nicht gleich, und die genauen Maße unterscheiden sich je nach Anbieter.

Die Leserichtung beim Wickelfalz

Beim Wickelfalz-Flyer sieht der Leser die Seiten in einer bestimmten Reihenfolge, und die entspricht nicht der Anordnung in der Druckdatei. Auf der Außenseite des Bogens liegen von links nach rechts: die eingeschlagene Innenklappe, die Rückseite und die Titelseite. Innen liegen die drei Inhaltsseiten. Nach dem Aufschlagen des Titels sieht der Leser zuerst die Innenklappe, dann das Innere.

Lesereihenfolge Seite Inhalt
1 Titel Überschrift mit Nutzen, Bild, Logo
2 Innenklappe Einstieg, Problem oder Frage des Lesers
3 bis 5 Innenseiten Leistungen, Ablauf, Vorteile, Beispiele
6 Rückseite Kontakt, Anfahrt, Öffnungszeiten, QR-Code

Falten Sie vor dem Gestalten einen A4-Bogen probehalber und beschriften Sie jede Seite. So vermeiden Sie, dass Inhalte auf dem Kopf stehen oder an der falschen Stelle landen.

Inhalte: was auf einen Flyer gehört

Ein Flyer wird in wenigen Sekunden überflogen. Die Titelseite entscheidet, ob er aufgeschlagen oder weggelegt wird. Statt des Firmennamens als größtem Element sollte dort ein konkreter Nutzen stehen, etwa „Ihr Bad in drei Wochen neu“ statt „Sanitär [Name]“.

Checkliste: Inhalte eines Flyers

  • Titel mit klarem Nutzen für den Leser, dazu ein starkes Bild
  • Kurze Absätze, Zwischenüberschriften, Aufzählungen statt Fließtext
  • Zwei bis drei Belege: Beispiele, Fotos echter Arbeiten, Ablauf
  • Ein klarer nächster Schritt: anrufen, Termin anfragen, vorbeikommen
  • Kontaktdaten vollständig, Webadresse kurz und gut lesbar
  • QR-Code auf eine passende Unterseite, nicht nur auf die Startseite
  • Preise gegenüber Verbrauchern als Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer
  • Logo, Farben und Schriften aus dem eigenen Erscheinungsbild

Für die Lesbarkeit gilt: höchstens zwei Schriften, eine klare Hierarchie aus Überschrift, Zwischenüberschrift und Text, ausreichend Kontrast und genug Weißraum. Ein ruhiger Hintergrund lässt Text besser lesen als ein Foto, das unter der Schrift durchscheint. Bilder sollten eine Aussage tragen und nicht nur Fläche füllen.

Ein QR-Code verbindet den Flyer mit der Website und macht Rückläufe messbar, wenn Sie die Zieladresse mit einem Kennzeichen versehen. Größe, Ruhezone und Tracking erklärt der Artikel QR-Codes in der Werbung.

Papier und Veredelung

Für Flyer werden meist gestrichene Papiere zwischen etwa 115 und 170 g/m² verwendet. Glänzende Oberflächen lassen Fotos leuchten, matte und seidenmatte Papiere spiegeln weniger und lassen sich leichter lesen. Wer einen natürlichen Eindruck will, wählt ein ungestrichenes Naturpapier; Farben wirken darauf weicher. Ab einer gewissen Papierstärke empfehlen Druckereien, vor dem Falzen zu rillen, damit die Farbe am Falz nicht bricht. Mehr zu Grammatur und Oberflächen steht im Artikel Papiersorten von A bis Z.

Druckdaten für Flyer

Für Flyer gelten dieselben Regeln wie für alle Drucksachen, mit zwei Besonderheiten für gefalzte Formate:

  • Falzlinien beachten: Keine Texte oder wichtigen Bildelemente direkt über den Falz legen. Halten Sie einige Millimeter Abstand.
  • Seitenbreiten aus der Vorlage übernehmen: Gerade beim Wickelfalz führt eine gleichmäßige Dreiteilung zu einer gestauchten Innenklappe.

Darüber hinaus gilt: Dokument im offenen Endformat plus Beschnitt anlegen, meist drei Millimeter je Seite, Farbraum CMYK, Bilder mit etwa 300 dpi in Endgröße, Schriften einbetten und als PDF/X exportieren. Wie das im Detail geht und welches Farbprofil passt, erklärt der Artikel Druckdaten anlegen.

Auflage und Verteilung planen

Bevor Sie bestellen, sollte klar sein, wie die Flyer zu den Lesern kommen. Davon hängen Auflage, Format und Papier ab.

Verteilweg Worauf achten
Auslage im eigenen Geschäft oder in der Praxis Format passend zum Prospekthalter, robustes Papier
Auslage bei Partnern, etwa Bäckerei oder Rathaus vorher fragen, Nachschub einplanen
Beilage zu Rechnung oder Lieferung Format passend zum Umschlag, Gewicht wegen Porto prüfen
Verteilung in Briefkästen Aufkleber gegen Werbung respektieren, Verteiler sorgfältig auswählen
Messe und Veranstaltungen handliches Format, klarer nächster Schritt

Ein Hinweis wie „Bitte keine Werbung“ am Briefkasten ist zu beachten, auch für Handzettel. Bestellen Sie lieber eine kleinere Auflage und drucken nach, als Kartons mit veralteten Flyern zu entsorgen. Im Digitaldruck sind kleine Auflagen meist wirtschaftlich, im Offsetdruck sinkt der Stückpreis mit der Menge. Geben Sie dem Flyer ein Erstelldatum oder eine Versionsnummer in kleiner Schrift, dann wissen Sie bei Nachbestellungen, welcher Stand im Umlauf ist.

Häufige Fehler

  • Zu viel Text: Der Flyer wird zum Prospekt, den niemand liest.
  • Kein nächster Schritt: Der Leser ist interessiert, weiß aber nicht, was er tun soll.
  • Falsche Seitenreihenfolge: Die Titelseite landet innen oder steht auf dem Kopf.
  • Zu kleine Schrift: Unter etwa 8 Punkt wird es für viele Leser mühsam.
  • Webadresse ohne passende Seite: Wer den QR-Code scannt, landet auf der Startseite und sucht.

Lassen Sie sich vor dem Druck einen Korrekturabzug oder ein digitales Proof zeigen und prüfen Sie Telefonnummer, Webadresse und Preise ein letztes Mal. Diese Angaben lassen sich nach dem Druck nicht mehr korrigieren.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welches Format ist für Flyer am besten?
Das hängt vom Einsatz ab. DIN lang passt in Prospektständer und Standardumschläge und ist deshalb der Klassiker für Auslage und Briefbeilage. A6 eignet sich für kurze Botschaften und Postkarten, A5 für Aushänge, Speisekarten oder Preislisten. Quadratische Formate fallen auf, passen aber oft nicht in Standardumschläge.
Was ist der Unterschied zwischen Wickelfalz und Zickzackfalz?
Beim Wickelfalz werden die Seiten nacheinander nach innen gefaltet, der Flyer öffnet sich wie ein Buch. Die innen liegende Seite muss dafür etwas schmaler sein. Beim Zickzackfalz wird abwechselnd vor und zurück gefaltet, alle Seiten sind gleich breit und der Flyer lässt sich auseinanderziehen wie eine Ziehharmonika.
Welches Papier eignet sich für Flyer?
Üblich sind gestrichene Papiere zwischen etwa 115 und 170 g/m², glänzend für leuchtende Bilder, matt oder seidenmatt für bessere Lesbarkeit. Gefalzte Flyer dürfen eher leichter sein, ungefalzte Handzettel wirken mit höherer Grammatur wertiger. Bei dickeren Papieren empfehlen Druckereien Rillen vor dem Falzen.
Wie viel Text gehört auf einen Flyer?
So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Leser überfliegen Flyer in Sekunden. Eine starke Überschrift, kurze Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungen funktionieren besser als lange Fließtexte. Was nicht hineinpasst, gehört auf die Website, auf die der Flyer verweist.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Werbe-Wissen. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.